Mittwoch, 27. Juni 2007

Einfuehrung des "Bergfests"


Kurz zur Erklaerung: Das Bergfest feiert man in der mitte der Woche, wenn sozusagen die haelfte der Woche ueberm Berg ist. Sehr beliebt in der BW, aber auch optimal, sich seelisch und moralisch aufs naechste Wochenende vorzubereiten.

Von unseren Freunden, die an der NYP das letzte halbe Jahr verbracht haben, kannten wir die double O Bar. Eine nette Bar, allerdings der Eintritt ist SAUTEUER. Mittwochs ist immer Ladys-night. Das heisst all. inkl.

Zum Glueck waren wir gemeinsam mit unseren netten franzoesischen Nachbarinnen unterwegs, und darum waren unsere Glaeser eigentlich nie leer ;-)

Wie in jedem Club in Singapore, waren ueberdurchschnittlich viele Europaeer, Amerikaner oder besser gesagt Nicht-Asiaten unterwegs. So kam es das ich mich auf Englisch mit ein paar Leuts ne viertel Stunde unterhalten hab. Bis wir festgestellt haben, dass wir ja alle Deutsche sind.

Viele kostenlose Drinks spaeter sind wir dann wieder heimgefahren. Fuer ein Mittwochabend war das eigentlich ganz gelungen ;-)
Heute morgen mussten wir schon kaempfen, gegen Muedigkeit und den verflixten Bildschirmschoner der alle 10min. auftaucht, da kommt man vom staendigen Wegklicken zu gar nix mehr...

Heut abend steht kicken aufm Programm, bin mal gespannt ob ich mich noch solang wach halten kann...

Sonntag, 24. Juni 2007

Happy Birthday (User) Manuel

Hallo liebe Blog-Leser.

Das Wochenende ist mal wieder vorbei. Was gibts zu berichten. Obwohl wir gerade alle
mit dem Boreout-Syndrom im Endstadium zu kaempfen haben, buendele ich meine letzten
Energiereserven und hebe muehsam meine Finger ueber meiner Tasturrrrrrrrrrrrrrr.

Begonnen hat alles am Freitag, an dem wir bereits mit anfaenglichen Symptomen zu kampfen hatten.

Was hat es damit auf sich?

Das wissen wir leider auch nicht, entweder liegt es am fortschreitenden Alter, dass wir nur noch wie leblose Fracks auf unserer Coach dahin vegetieren, oder liegt es daran das Malaysia nach dem Wasserkonflikt mit Singapur heimlich Valium beimischt, oder einfach der taegliche Sport seinen Tribut einfordert. Moeglich ist natuerlich auch das wir uns bereits saemtlich Tropenkrankheiten eingefangen haben und wir deshalb so schlapp sind.

Also zurueck zum Freitag. Wir haben alle befreundeten Singapuries und natuerlich unsere Nachbarn auf ein BBQ der besonderen Art eingeladen. Denn Manu, hatte am Samstag Geburtstag.

Die Schwierigkeit war jetzt nur ihm was zu schenken, an dem wir beiden anderen auch unseren Nutzen haben.

Unsere erste Idee war ihm einen Kochkurs zu schenken. Die Vorstellung unseren Dicken, mit Schuerze hinterm Herd stehen zu sehen, waere uns einiges Wert gewesen. Leider ist diese Zukunftsinvestition nicht realisierbar gewesen. Sorry Alex!!!

Etwas rustikaler aber bestimmt genauso nuetzlich war unser eigentliches Geschenk.
Drei Weizenglaeser und drei Hefeweizen!!!

Nachdem wir uns den Bauch vollgeschlagen haben, machten wir auf dem Campus noch etwas Musik. Einer der Franzosen hatte eine Posaune und eine Ukulele dabei. Und damit sind wir dann ums Feuer herumgetanzt. Sowas hat der Campus bestimmt noch nie erlebt!!! ;-)

Nachdem wir sowohl unseren Kuehlschrank, als auch unsere, inzwischen auf eine beachtliche Groesse angewachsene, "Mini"-bar gnadenlos dezimiert haben, sind wir dann noch in unserem Appartement zusammengesessen. Mit unseren Nachbarn verbindet uns inzwischen eine einzigartige Sprache, das Frenglisch. Fuer keinen ausser uns warscheinlich verstaendliches Kauderwelsch, bestehend aus Deutsch, Franzoesisch und ein bischen Englisch ;-)

Kurz bevor die Sonne aufgegangen ist wollten wir dann alle ins Bett. Nur Manu wollte einfach immer weiter Karussell fahren.

Am naechsten Tag geschahen seltsame Dinge. Aus bislang unerklaerlichen Gruenden wurde die Gravitation rund ums Bett unueberwindbar gross und Gegenstaende wirkten verschwommen, manchmal sahen sie sogar doppelt aus.
Ich entschloss mich daher im Bett zu bleiben bis diese physikalische Anomalie vorueber war. Interessanter Weise wurde dieses Phaenomen von meinen Mitbewohnern auch war genommen.
Wir werden deswegen auf jeden Fall Nachforschungen anstellen.

Gehabt euch wohl
LG, euer Onkel Ulle

PS: Leider haben wir noch kein Heilmittel gegen unser Boreout-Syndrom gefunden, ich hoffe allerdings, dass ich vielleicht ein
paar wertvolle Tips vom Onkel Flo, und anderen hilfbereiten Mediziner, Biologen oder Mitleidenden bekomme.

Montag, 18. Juni 2007

So ein Tag, so wunderschoen wie heute...

TiomanIsland


Letzte Woche, kam er ueber uns. Der Singapur-Koller. Nicht das es hier sowohl sehr friedlich, freundlich, sicher und wohlhabend ist... doch, oder gerade deswegen, weil es nun mal so verflixt sauber, geordnet und viel zu Obrigkeitstreu zugeht haben wir uns entschlossen mal wieder ne kleine Reise anzutreten.

Gemeinsam mit Maxim, einem unserer franzoesischen Nachbarn, haben wir unsere Sachen gepackt, mit der MRT Richtung Woodlands, ueber die Grenze und ab an die Ostkueste Malaysias.
Dummerweise waren mal wieder alle Busse die direkt nach Mersing gefahren waeren ausverkauft. Aber daran haben wir uns ja schon gewoehnt und so sind wir dann mit dem "local bus" und nem guenstigen Taxi irgendwann in der Nacht am Hafen angekommen. Ein freundliches Hostel hatte dann auch noch fuer die wenigen Stunden ein Zimmer fuer uns frei und so konnten wir dann bis kurz nach halb 7 schlafen. Denn um halb 8 sollte unsere Faehre ablegen.

Maxim hatte die undankbare Aufgabe die beiden Morgenmuffel (Manu und mich) aus dem Bett zu werfen. Das war eine beachtliche Leistung!! Nachdem klopfen und gut zureden nichts gebracht hat, began er von einer unglaublich huebschen Franzoesin zu erzaehlen, die gerade auf dem Weg zum Hafen sei und die so schoen sei, dass wir unbedingt aufstehen muessten.
Natuerlich war das alles erstunken und erlogen, und natuerlich waren wir erstmal stinksauer auf ihn, aber immerhin haben wir es puenktlich zur Faehre geschafft. Nach 2Std. sind wir dann auf Tioman angekommen. Eine der bekanntesten und schoensten Urlaubsinseln Malaysia's. Ein besonderes Schmankerl auf der Insel ist, dass sie duty-free shops hat!!!


Wer schon mal den Film "knockin' on heavens door" gesehen hat, der weiss genau was ich mir im naechsten Shop gekauft hab, genau ne Flasche Tequila!!!
Unser Plan war es, zunaechst den suedlichen Teil der Insel zu besichtigen und anschliessend an der Ostkueste zu naechtigen. Das Problem war nur, dass es dazu keinen Landweg gab. Aber das heisst ja noch lang nicht das wir es nicht trotzdem probiert haetten.

Nachdem wir uns dann ein Zimmer im Ressort foermlich erkaempfen mussten, haben wir abends noch ne Bar direkt am Meer gefunden. War super lustig, denn ein paar Malayen haben uns staendig auf irgendwas eingeladen. Am Schluss war dann nur wir 4 bzw. 3 Europaeer da. Haben uns, mit "brother brother" barkeeper und "I shot the sheriff" best friend von "brother brother" barkeeper, ueber Malay Pop-Musik unterhalten.

Der naechste morgen war dann so wie er sein musste. Maxim hatte nen ueblen Kater, ich hab mir nen Zug von der Klima geholt und Manu...naja...da ist doch glatt das Meer gekommen und hat ihm seine direkt am Wasser liegenden Schuhe weggeschwemmt, waehrend er beim Schnorcheln war!!!

Die Heimfahrt mit dem "local bus" war dann selbst fuer uns Reiseerprobten ein echtes Abendteuer. Ueberholmanoever mit Bus und drohendem Gegenverkehr...naja es gibt Sachen, an die man sich glaub nie so wirklich gewoehnt.

Bis bald mal wieder. Und an alle Abiturienten, die jetzt fertig haben:

Geniesst eure Zeit, so schoen wirds nie wieder!!!... naja gut vielleicht noch als Student, oder wenn man im Praxissemester Urlaub macht.

Also freut euch aufs Studium!!!

LG,
Michael

Sonntag, 3. Juni 2007

Von der großen Stadt in den großen Wald



Bei uns began das Wochenende bereits am Mittwoch Nachmittag. Nachdem wir uns den Bauch im German-Treff mit Sauerkraut, Wiener und Kartoffelsalat vollgeschlagen haben, sind wir mit dem Zug nach Taman Negara gefahren. Zum Glück sind wir 3 drei super Organisationstalente und haben in letzter Minute sowohl Zugtickets als auch eine Unterkunft in Jerantut ergattern können.
Einigermaßen müde sind wir dann um 3 Uhr in der Nacht angekommen und zum Glück wartete schon die Herbergsmutter auf "Mr. Michael" auf dem Bahnhof. Am nächsten Morgen hätten wir gleich bei "Jessy" Guide, Tourpackage und Transport organisieren können, aber dann wärs ja langweilig geworden. Also sind wir den erstmal im Minibus ins Regenwaldgebiet gefahren. Als wir angekommen sind, waren dann die Guides doch tatsächlich schon alle unterwegs und so sind wir dann am ersten Tag auf eigene Faust den Dschungel erkunden gegangen. Nach einigen Kilometern haben wir dann den Unterschied zwischen ner Bergtour im heimischen Allgäu und den Tropen deutlich gemerkt. Schon nach den ersten paar Kilometern klappte die Verständigung zwischen uns und dem Regenwald recht gut. Während wir uns in Form und Farbe immer mehr unserer Umgebung anpassten, hatten die leeches (Blutegel) mal das Vergnügen europäisches Blut zu probieren.



Aber ganz ehrlich, ich musste mich schon ziemlich überwinden diese Würmer aus der Haut wieder rauszuziehen. Vor allem als ich einen dieser Wichte knapp unterm Bauchnabel auf frischer Tat ertappt hab!!!
Nach ca. 4 km haben wir den CANOPY way erreicht. In einer Höhe von ca. 45 Metern sind zwischen den rießigen Bäumen Brücken gespannt, auf denen man entlang spazieren kann.



Anschließend sind wir auf den den Bhukit ........ gestiegen, und haben feststellen müssen, dass auf die Entfernungsangaben, leider nicht so großer Verlaß ist. Etwas erschöpft und blutleer(!) sind wir dann auf dem Gipfel angekommen.
Abends hab ich mich noch mit einem Engländer in unserer Unterkunft unterhalten, der mit seinen geschätzten 65 Jahren, sich entschlossen hat, einfach alles hinter sich zu lassen und zu Reisen. Einfach weg von daheim und ohne geplante Rückkehr. Das fand ich irgendwie faszinierend.

Am nächsten morgen konnten wir dann gemeinsam mit 3 Holländer und einem Engländer unserere 3 Tagestour beginnen. Das war ein sehr lustige Gruppe und am meisten sorgte Jack, der Engländer, für Unterhaltung. Mit seiner Glatze und seinen geschätzten 110kg machte er anfangs den Eindruck eines schlagkräftigen Fan-block-soldaten, der allerdings eine höllen Angst vor den Blutsaugern hatte und in regelmäßigen Abständen schreiend sich die kleinen Würmer von den Waden schnipste. Nach einem 5 stündigen Gewaltmarsch sind wir in einer Fledermaushöhle angekommen. Der Geruch der meterhohen Fledermauskacke war nicht so schlimm wie erwartet. Nach 2 weiteren Höhlen, einer Mittagspause, 5 Blutegel und 3 KG Schlamm in den Schuhen sind wir in unserer Nachtunterkunft angekommen. Einer unglaublich hohen und schönen Höhle, die anscheinend öfters auch für Elefanten und andere größere Tiere als Nachtunterkunft dient. Nachdem wir schon fast reflexartig alle 20-30 Meter unsere Schuhe und Hosen nach Blutegel kontrolliert haben, war es eine Wohltat in Sicherheit zu sein. Abgesehen von einer 50 cm großen Echse die es auf die Abfälle abgesehen hatte, schützte das Lagerfeuer vor nächtlichen Besuchern.
Eines der Probleme im Dschungel ist die unglaubliche Luftfeuchtigkeit. Nach einer halben Stunde war bei mir jedes Kleidungsstück von Schweiß und Schlamm durchdrängt und die Sachen werden einfach nicht trocken. Es kostet anfangs einige Überwindung die klatschnassen Sachen wieder anzuziehen, aber nach der 2. Flußüberquerung ist das dann auch geschwätzt.
Unser Mittagessen am Samstag nahmen wir dann inmitten eines Flusses zu uns. Was Jack sofort dazu veranlasste mit seinen Gummischuhen sich Wasser übers Gesicht zu schütten.



Nach 3 weiteren Stunden erreichten wir dann schon recht früh unser Ziel. Einen Hochstand, von dem man eine Wasserstelle beobachten konnte. Leider verirrte sich weder Balu, noch Shir Khan zu uns. Die Überreste des alten Hochstands zeugten allerdings davon, dass sich Elefanten öfters den Rücken an den Balken unserer Unterkunft gekratzt haben. So gings nach einer Pokerrunde mit Steinchips und klatschnassen Spielkarten ab ins Bett. Bis mitten in der Nacht Jack auf einmal laut zu schreien began. Und wir alle schon vom Schlimmsten ausgingen. Bis wir mit unserer Taschenlampe die Ratte gefunden haben, die ihm gerade übern Bauch gelaufen ist ;-) Irgendwie hats halt immer ihn erwischt, er nahms aber mit Humor und wir haben uns eigentlich prächtig verstanden. Am nächsten morgen gings dann nochmal durch Schlamm, Bäche und Morast bis wir dann unsere Bootsanlegestelle erreicht haben. Obwohl wir uns ausgiebig geduscht haben waren die Spuren der letzten Tage nicht ganz wegzuwischen und einige Leute zogen echt Taschentücher vor die Nase bei unserem Geruch. NATUR PUR halt.
Damit die Heimfahrt auch noch ein bischen spannend blieb, verzichteten wir darauf Tickets in Singapur zu kaufen um dann festzustellen, dass alle Tickets in Jerantut bereits verkauft waren. So began eine kleine Odysee über Kuala Lumpur und Johor Bahru bis nach Ang Mo Kio, wo wir dann schließlich um 3 Uhr morgens am Montag (heute) ankamen.

Nicht vergessen darf ich natürlich, meiner Schwester zu ihrem Geburtstag zu gratulieren.

Bruder aus Dschungel spricht: BLEIB SAUBER !!!!!!!!!!!!!!!

LG, Michael